Meine Gedanken

Meinen Lesern möchte ich auch gerne meine ganz persönlichen gedanklichen Momentaufnahmen der letzten Jahre zu Gott und seinem irdischen Bodenpersonal un-terbreiten. Darüber hinaus meine Gedanken zur Bibel und den verschiedenen Religionen, zur Evolution, der Sexualität, des Weltunterganges, dem Sinn des Lebens und den Vorstellungen vom Tod und den etwaigen Jenseitserwartungen nicht vorenthalten.

Was ist Religion?

Religionen werden von Menschen organisiert: von Priestern und Bischöfen, Rabbinern, Imamen und Ayatollahs. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie von Menschen erdacht und gestaltet wurden. Selbst wenn Religionen zum Nutzen mächtiger Personen ausgenutzt und manipuliert wurden, bleibt immer noch durchaus die Möglichkeit, dass die Form einer Religion in ihren Einzelheiten vor allem durch unbewusste Evolution geprägt ist. Dabei handelt es sich nicht um genetische natürliche Selektion, denn die ist zu langsam, dass man mit ihr die schnelle Evolution und Ausein- anderentwicklung der Religionen nicht erklären kann. Die genetische natürliche Selektion hat in diesem Zusammenhang die Funktion, das Gehirn mit seinen Vorlieben und Voreingenommenheit zur Verfügung zu stellen. Solche genetisch bedingten Vorlieben und Voreingenommenheiten sind:

  • Du lebst nach dem Tod weiter
  • Wenn du als Märtyrer stirbst, kommst du in einen besonders schönen Teil des Paradieses, wo dir zweiundsiebzig Jungfrauen zu Diensten sind.
  • Ketzer, Gotteslästerer und Abtrünnige sollte man umbringen.
  • Der Glaube an Gott ist eine hohe Tugend. Wenn du merkst, dass dein Glauben ins Wanken gerät, gib dir alle Mühe, ihn wieder herzustellen, und bete zu Gott, dass er dir gegen deinen Unglauben hilft. Glauben ohne Belege ist eine Tugend. Je mehr dein Glaube den Belegen widerspricht, desto tugendhafter bist du. Besonders großer Lohn erwartet die Glaubensvirtuosen, die es schaffen, entgegen aller Begründung und Vernunft an etwas wirklich Seltsames zu glauben, das nicht belegt ist und sich nicht belegen lässt.
  • Es gibt seltsame Dinge (beispielsweise die Dreifaltigkeit, die Wandlung oder die Wiedergeburt), die wir gar nicht verstehen sollen. Wir dürfen uns nicht darum bemühen, sie zu verstehen, denn ein solcher Versuch könnte sie zerstören. Lernen wir lieber, Erfüllung darin zu finden, dass wir sie als Geheimnisse bezeichnen.
  • Schöne Musik, Kunst und Schriften sind sich selbst vermehrende Zeichen religiöser Gedanken. Die Darstellung des englischen Biologen Richard Dawkins, die ich hier verkürzt wiedergab, zeigt das Handwerkszeug und den Einfallsreichtum all der Glaubensverkünder auf ihrem Weg, ihre Religion zum eigenen Machterhalt zu missbrauchen.
  • Machen wir uns nichts vor…solange die politischen Führer der Nationen sich in der Geiselhaft der Religionen befinden, driftet die Menschheit auf den Abgrund zu. Wir brauchen keine Religionen mit abstrusen jenseitigen Wunschbildern, sondern eine der Weltwirklichkeit angepasste Weltethik.

Die Taufe

Die Taufe, eine religiöse Zeremonie, ist die Legimitation für die Indoktrination eines Kindes mit meist unsinnigen Glaubensinhalten. Sie ist darüber hinaus die Rechtsgrundlage für den Einzug der Kirchensteuer. Ein kirchlicher Ritus begründet so Rechtswirkungen für den bürgerlichen Bereich. Dies widerspricht eindeutig den Freiheitsrechten des Artikels 4 unseres Grundgesetzes.

Satansglaube

Warum glauben sogenannte „Gottesmänner“ an den Satan? Tun sie das wirklich oder dient es nur dazu, den Gläubigen dieser Welt Angst zu machen? Will man seine „Schäfchen“  einschüchtern, um sie willig zu machen? Sozial gefährlich und in hohem Maße unappetitlich wird die kirchliche Teufelslehre vor allem dann, wenn das kirchliche, von Irrtümern belastete Lehramt Hilfen gibt, um das Wirken des Teufels zu erkennen: “ Wir werden des Teufels unheilvolles Wirken überall dort vermuten können, wo die Leugnung Gottes radikale, scharfe und absurde Formen annimmt“,  so der frühere Papst Paul VI. in einer Ansprache. Viele Theologen sehen den Teufel außer auf dem Gebiet der Sexualität besonders im Atheismus am Werk. Diesem krankhaften Wahn des katholischen Lehramts muss jeder mit Vernunft ausgestattete Mensch aufs Schärfste begegnen.

Die implizierte Gefährlichkeit dieser archaischen Auffassung, die historisch zu den bekannten grauenhaften Konsequenzen von Folterung und Liquidation von Ungläubigen und Häretikern geführt hat, ist kaum zu überschätzen:

Dem Vertreter (also mir) einer abweichenden Glaubensauffassung, insbesondere eines radikalen, atheistischen Standpunktes werden nicht so sehr sachliche (gleichgültig ob richtig oder falsche) Argumente zugestanden, sondern hinter seinem Standpunkt wird noch immer oder schon wieder das Wirken böser Mächte, des Teufels gesehen. Bis heute gilt intensive Abwehr und Ablehnung des Christentums unter Kennern als eines der Kernmerkmale für Besessenheit. Wie lange müssen ich (und eine Menge aufgeklärter Menschen), mir eine solche dümmliche Anmaßung noch bieten lassen?

Der verstorbene Mainzer Kardinal Karl Lehmann, lange Jahre Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz, hat allen Ernstes die Existenz des Teufels eingeräumt. Ob diese groteske Aussage im 21. Jahrhundert (!) für die Verleihung des Aachener Karnevalsordens „Wider den tierischen Ernst“ mit ausschlaggebend war? Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich gerne mitlachen und „Oche Alaaf“ rufen.

Atheismus im Fokus der Kirchen

Wer sich als Autor wie ich innerhalb eines Buches als Atheist outet, läuft Gefahr, dass ihn der Gläubige als eine amoralische, unmoralische und unreine Person ansieht. Mancher Gläubige fühlt sich sogar schuldig, wenn er neugierig ist und mehr aus dem Buch eines atheistischen Autors wissen will. Allein das Wort Atheist reicht in der Regel aus, um den Zugang zu einem atheistischen Autor und seinen Werken zu vereiteln. Im Vatikan funktioniert das wie ein Räderwerk einer Kriegsmaschine, die gegen alles eingesetzt wird, was nicht der „reinen römisch-katholischen, apostolischen Lehre“ entspricht. Atheist und Häretiker werden letzten Endes beide über einen Kamm geschoren. Atheist ist weniger eine Bezeichnung für den Gottesleugner, sondern ein Mittel, um den Gedanken an ein von den Autoritäten und von der gesellschaftlichen Bevormundung des Denkens befreites Individuum zu verfolgen und zu bestrafen. Der eigentliche Skandal ist, dass unsere christlich geprägten Geisteseliten dieser neuen Form der Hexenverfolgung teilnahmslos zuschauen.

Ich glaube nicht an die Gotteshypothese! Ich glaube nicht an eine übermenschliche, übernatürliche Intelligenz, die das Universum und alles was darin ist, einschließlich unserer selbst, absichtlich gestaltet und erschaffen hat. Ich vertrete vielmehr die Ansicht, dass jede kreative Intelligenz, die ausreichend komplex  ist, um irgendetwas zu gestalten, ausschließlich als Endprodukt eines langen Prozesses der allmählichen Evolution entstanden ist und auch weiterhin entsteht. Da kreative Intelligenz durch Evolution und Mutation entstanden ist, tritt sie im Universum zwangsläufig erst sehr spät in Erscheinung. Sie kann das Universum deshalb nicht entworfen haben. Gott im eben definierten Sinne ist eine gefährliche Illusion.

Schöpfung Gottes oder Evolution ?

Nach derzeit überwiegender naturwissenschaftlicher Erkenntnis werden im Universum ca. 1000 Milliarden Milchstraßen (Galaxien) mit wiederum jeweils ca. 100 Milliarden Himmelskörper vermutet. Eine Milliarde mehr oder weniger ist letztlich unbedeutend, kann der menschliche Verstand doch solche Zahlen ohnehin nicht erfassen. Die von einigen Astrophysikern angedachte kosmologische Spekulation weiterer Universen – unser heimatliches Universum dann also innerhalb eines Multiversums – lässt den Verstand dann endgültig ausrasten. Nach christlicher Glaubenslehre hat ein allmächtiger Gott, Schöpfer allen Seins, das Universum und uns Menschen natürlich als sein Ebenbild auf einem kleinen Popel, den wir Erde nennen, erschaffen.

Es wäre für uns Menschen überheblich, anmaßend und widerspräche auch jeglicher Wahrscheinlichkeit und Logik anzunehmen, dass wir die einzigen vernunftbegabten Lebewesen in diesem gewaltigen Kosmos sind. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob jene zu vermutende vernunftbegabten Lebewesen in für uns unerreichbaren Sphären mit anderen Wesensarten oder gar mit höheren oder niedrigeren Entwicklungsstufen als der Erdenmensch ausgestattet sind. Wenn es denn eine berechtigte Annahme für weiteres vernunftbegabtes Leben im Universum gibt, müsste es nach christlicher Lehre zwangsläufig auch vom gleichen Schöpfergott ausgehen. Die biblische Schöpfungsgeschichte wäre dann jedoch Makulatur und müsste umgeschrieben werden. Für Theologen und Gottesdeuter ergäben sich dann einige schwierige Antworten auf unangenehme Fragen: Hat Gott auf bewohnbaren Planeten irgendwo im weiten Weltall weitere Arten der Sorte Mensch geschaffen? Hat er diese Geschöpfe, wie den Adam der Bibel aus Lehm geschaffen und ihnen den Odem des Lebens eingehaucht oder hat er nur zugelassen, dass sie sich nach Darwin’scher Lehre in Folge von Evolution und Mutation aus dem Tier entwickelt haben? Sind seine Geschöpfe dort vielleicht unsterblich, weil sie sich nicht mit der Erbsünde befleckt haben oder musste dort auch sein Sohn Jesus den Sühnetod am Kreuz für seine Geschöpfe sterben? Wie steht es mit der Gleichbehandlung seiner Geschöpfe im weiten Universum? Hat Gott noch ein weiteres Mal den Genozid mit einer Sintflut anwenden müssen? Ist er auch dort für seine Geschöpfe der gewalttätige Gott der alttestamentarischen Geschichten und des christlichen Glaubens? Ist ihm dort die Schöpfung ein wenig besser von der Hand gegangen als hier auf Erden, wo er viel menschliches Leid und viel Murks und Stümperei hinterlassen hat? Ist Gott der Gleichklang von Allmacht, Güte und Weisheit auch irgendwo einmal gelungen oder hat er erkannt, dass nur jeweils zwei seiner metaphysischen Auszeichnungen miteinander kompatibel sind? Wie darf man sich unser Verhältnis zu unseren Brüdern im Glauben an Gott auf fernen Planeten vorstellen? Fazit: Der Gott der Bibel ist meinem Verstand nicht zugänglich.

Leben und Tod – Jenseits und Diesseits

Ist mit dem Tod wirklich alles aus? Diese Frage berührt den Kern der menschlichen Existenz. Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele war einer der ältesten Trostspender der Menschheitsgeschichte und die eigentliche Trumpfkarte der Religionen. Selbst unsinnigste Glaubensdogmen und verbrecherische Religions- und Kirchenführer können diesem Glauben an ein wie auch immer geartetes Jenseits nichts anhaben. Meine Mutter hat mich sehr geliebt und ein gottgefälliges Leben geführt. Sie kannte meine Zweifel an der Existenz Gottes und versprach mir nach ihrem Tod ein wie auch immer geartetes Zeichen für meine religiöse Umkehr aus der für sie realen jenseitigen Welt zu geben. Ich bin sicher, meine Mutter hätte alles getan, um Fürsprache bei Gott für mich zu halten, um auch mir den Himmel zu sichern. Es macht mich traurig, dass meine Mutter, wie so viele verführte Menschen einem Gott als einer Schimäre und Illusion hinterhergelaufen sind, der sich bei näherer Betrachtung auch noch alles andere als gütig und barmherzig erweist. Als bekennender Atheist vertrete ich die Meinung: Es ist das glückliche Leben und nicht das glückliche Sterben mit abstrusen Jenseitserwartungen auf dem die menschliche Glückseligkeit beruht.

Himmel, Jenseits und „ewiges“ Leben

Der Gedanke, dass die Seele oder eine unzerstörbare geistige Substanz den Körper überdauert, ist Jahrtausende alt und verbindet Menschen verschiedener Kulturen.

Vom „ewigen“ Leben sprechen alle großen Religionen – Christentum, Islam, Judentum und Buddhismus -, wenngleich sie den Begriff unterschiedlich füllen.

Die Angst vor dem Tod ist letztlich der Auslöser eines solchen Glaubens, den die modernen Naturwissenschaften, vor allem die Hirnforschung als Hirngespinste der Menschen abtun.

Der Mensch – die kosmische Eintagsfliege

Wann begreift der Mensch, dass sein irdisches Leben nichts anderes  als eine flüchtige Randerscheinung in den unendlichen Weiten des Universums ist? Dem Homo sapiens kann man allenfalls den Status einer Eintagsfliege zubilligen – bei genauerer Betrachtung nicht einmal das.

Die eigentlichen Herrscher der Erde waren und sind die Bakterien, die lange vor uns existierten und auch noch lange nach uns existieren werden. Was also ist davon zu halten, wenn sich ausgerechnet die „kosmische Eintagsfliege“ Mensch einbildet im Zentrum des Universums zu stehen?

Wie blöde muss man eigentlich sein, um den Größenwahn zu übersehen, der uns Tag für Tag in Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempeln entgegenschwappt? Der vermeintliche Schöpfer des unendlichen Universums soll wirklich nichts Besseres im Sinn gehabt haben, als sich ausgerechnet in Gestalt einer zufällig entstandenen und bald wieder aussterbenden Affenart auf dem Mini-Planeten Erde zu inkarnieren und gekreuzigt zu werden? Lächerlich! Er soll Wert darauf legen, dass die affenartigen  Lebensformen auf diesem unbedeutenden Planeten sich ihm unterwerfen und die ihnen auferlegten 10 Gebote befolgen. Grotesk!! (Auszüge aus der Streitschrift: „Keine Macht den Doofen“ ISBN 978-3-492-27494-4 von Dr. Phil. Michael Schmidt-Salomon)

Trennung von Staat und Kirche

Noch immer schränken religiös beeinflusste Gesetze die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger von der Wiege bis zur Bahre ein! Aus diesem Grund fordere ich die konsequente Trennung von Staat und Kirche, sowie die strikte Beachtung des Verfassungsgebotes der weltanschaulichen Neutralität des Staates: Es muss Schluss damit sein, dass Bischofsgehälter aus dem allgemeinen Steuertopf bezahlt werden, dass die Kirchen das Arbeitsrecht unterlaufen können, dass katholische Missbrauchstäter der Strafverfolgung entgehen, dass schwerstkranken Menschen das Recht erschwert wird selbstbestimmt zu sterben, oder das Frauen Zwangsberatungen über sich ergehen lassen müssen, wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden!

Welch eine Fülle von Machtarroganz und Machtmissbrauch in der 2000-jährigen Geschichte der katholischen Kirche schlägt den Menschen bis heute entgegen: Intoleranz und Grausamkeit gegenüber Abweichlern, Kreuzzüge, Inquisition, Ketzerausrottung, Hexenwahn, Unterdrückung der Sexualität und Missachtung der Frau…und als unbestrittene Wahrheit…Päpste, die Jahrhunderte lang an der Spitze eines Mord- und Raubsystems gestanden haben, das mehr Menschenleben im Namen Gottes getötet hat, als irgendein Krieg oder eine Seuche es jemals vermochten.

Sinnigerweise wähnt sich die katholische Kirche höchst anmaßend, als die einzig wahre (!) Religionsgemeinschaft auf Erden, auch noch mit Hilfe des „Heiligen Geistes“ im Besitz der alleinigen (!) Wahrheit bei gewissen Glaubensdogmen! Das hält aber selbst in einem aufgeklärten Zeitalter die Politik, die Wissenschaft und leider auch den Journalismus nicht davon ab, eine solche historisch belegbare (!) verbrecherische Institution zu alimentieren und zu legitimieren…oder gar als „christliche Leitkultur“ auszurufen!

Das beigefügte Video https://youtu.be/tPNIz-We8PU unterstreicht in abschreckender Weise die verbrecherischen Handlungen der katholischen Kirche! Schamgefühle oder das Bedürfnis nach Wiedergutmachung dieser Sünden der Vergangenheit sind weder bei der heutigen Priesterschaft, den Bischöfen, Kardinälen oder gar dem Papst vorstellbar!

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass inzwischen mehr konfessionsfreie Menschen in Deutschland leben als Katholiken oder Protestanten – und schon bald werden sie die absolute Mehrheit der Bevölkerung stellen.  Für mich sollten Kirchen nur dieselben Rechte haben wie jeder andere eingetragene Verein auch – oder wie ein Wirtschaftsunternehmen, aber keine Sonderrechte. Leider haben wohl alle Parteien Angst davor, die entsprechende Wählerklientel zu verprellen.

Es ist daher höchste Zeit, dass die Politik die „Kirchenrepublik Deutschland“ hinter sich lässt…und die verfassungswidrige Diskriminierung religionsfreier Menschen beendet und damit zur „gesellschaftlichen Hygiene“ beiträgt.

Das Bild der katholischen Kirche

Das Bild, dass die katholische Kirche mir von einem gütigen, weisen, allmächtigen und ich füge hinzu gerechten Gott im Angesicht der Naturgeschichte und angesichts eines in Millionen Lichtjahren zu messenden Universums zu vermitteln sucht, ist unschlüssig und mit der Weltwirklichkeit unvereinbar. Ihre zu leeren Worthülsen verkommenen Formeln, Dogmen, mythischen Bildern und naiven Interpretationen beleidigen meinen bescheidenen Verstand.

Ein Gott, der sich uns Menschen gegenüber ausgerechnet die Erde, einen eigentlich unbedeutenden Himmelskörper im riesigen Universum, als den Ort für seine Demonstration von Allmacht, Weisheit, Güte und Gerechtigkeit ausgesucht hat, ist den Vernunftwesen eines aufgeklärten 21. Jahrhundert nur sehr schwer begreifbar zu machen. Für diese Erkenntnis bedarf es auch nicht der Darlegungen des verstorbenen britischen Astrophysikers Stephen Hawkins, der einen Schöpfergott ausschließt.

Den Gott, den mir eine geschichtlich belegbare (!) blutbesudelte von zahlreichen Verbrechen heimgesuchte katholische Kirche seit meiner Kindheit und Ministranten Tätigkeit zu vermitteln sucht, degradieren katholische Cheftheologen, wie der frühere deutsche Papst Benedikt XVI, die sich sinnigerweise auch noch bei gewissen Glaubensdogmen im Besitze der alleinigen (!!) Wahrheiten wähnen, zu einem hässlichen Monstrum, dem die meisten vernunftbegabten, oft mit Sorgen und Ängsten beladenen Menschen, im Angesicht der ungeheuren Leiderfahrung auf unserem Planeten keinen Trost entlocken können.

Auch wenn viele Menschen sich einen gütigen, liebenden Gott in einem wie auch immer gearteten Jenseits erhoffen, so müssen wir uns doch eher als derzeitige Ausgeburt eines evolutionären Prozesses begreifen, in dem auch notwendige Irrtümer und großes Leid zum Selbstverständnis von Mensch und Tier in einer Weltwirklichkeit zählt, die so ist, wie sie ist.

Wir müssen uns daher, auch wenn es weh tut, von der schönen Utopie einer uns übergeordneten Intelligenz und Schöpfungsmacht, das was wir Gott nennen, verabschieden.

In Anbetracht der zunehmenden globalen Gefahren, deren die Menschheit ausgesetzt ist, sollten wir uns schleunigst auf die Suche nach neuen Spielregeln für ein weltweites menschliches Miteinander begeben, die dem großen Ideal der Ethik nahekommt: „Das Leid in der Welt zu mindern“ Das heißt: „Die Politik muss neu erfunden werden!“

Ein weltweit soziales, auf den Grundlagen der Solidarität aufgebautes Regelwerk ist das Gebot der Stunde. Wir brauchen eine neue Verbindlichkeit im Umgang der Menschen aller Kulturen, Religionsgemeinschaften und ethnischer Besonderheiten.

Nach meiner Auffassung gibt es daher für alle gesellschaftlichen Entscheidungsträger auf dem Erdball, also auch den Religionsgemeinschaften, eine Verantwortung zukünftigen Generationen gegenüber an den Visionen einer Weltethik und Weltregierung mitzuwirken, denn ohne Visionen kann es keine Zukunftsfähigkeit der Gattung Mensch geben!

Die Menschheit hat eine unverrückbare Grenze erreicht. Es geht einzig und allein nur noch um das kollektive Überleben unserer Gattung! Der Friede in der Welt kann nur dann kommen, wenn die Produktion und die Verteilung der zum Leben notwendigen Güter radikal geändert werden Der Friede setzt die Überwindung unseres bisherigen todbringenden Systems der Industriegesellschaft, und die Einführung einer Alternative zu ihr, nämlich einer Gesellschaft der Erhaltung allen Lebens voraus. Die menschliche Population wird bezüglich der beschränkten Ressourcen auf dem Erdball Minderungen zwingend (!) hinnehmen müssen…und das Phänomen der planetarischen Ausweitung der Conditio humana und des Entstehens einer Weltgemeinschaft verpflichtet uns dazu, dem Gemeinwohl den Vorrang vor Eigeninteressen einzuräumen. Eine weltweite Gesellschafts- und Lebensform zu finden, die nicht auf Religion begründet ist, wird wohl unausweichlich sein.

Auch der seinerzeit von Kardinal Ratzinger suspendierte katholische Theologe Hans Küng fordert die Menschen und seine katholische Kirche auf, sich an dem Projekt Weltethos zu beteiligen, denn es beinhaltet nach seiner Meinung die zwingende Notwendigkeit die Politik (das menschliche Miteinander) neu zu erfinden und letztlich eine Weltverantwortung (Weltregierung) zu installieren.

Das Projekt Weltethos wird nach meiner Meinung die zunehmend vereinheitlichende Religiosität der nächsten Jahrhunderte und Jahrtausende bestimmen, während die derzeitigen Weltreligionen nach meiner persönlichen Einschätzung zu folkloristischen religiösen Randgruppen mutieren werden. Weltumspannende Ethik und Solidarität mit den Schwachen wird der Sinnsuche der Menschen Halt geben und Gott ein Stück weit ersetzen.

Die Wirklichkeit lehrt uns aber leider :Die Geschichte wird nicht von schöngeistigen Ideen bestimmt, sondern von handfesten eigennützigen, vor allem ökonomischer Gesetze…es ist vielmehr eine Frage politischer Entscheidungen und Prozesse…und allen Skeptikern sei zugerufen, dass sich nach politischen Irrlichtern wie Trump, Putin, Erdogan und anderen Autokraten die Erde sich weiter drehen wird.

Die weiter wachsende menschliche Intelligenz, die schon heute einen Menschen auf den Mond zu bringen vermag, die in ihren kühnen Träumen den Planeten Mars besiedeln will und gar den Tod zu besiegen sucht, wird sicherlich ebenso fähig sein, Lösungsansätze für ein friedlicheres und gerechteres Miteinander der Menschen, trotz unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu erforschen und zu entwickeln. Nur das ist mein Anliegen…andere Ambitionen verspüre ich nicht.

Da mir zu solchen weitreichenden politischen Veränderungen die Wirkungsmacht fehlt, wende ich mich an den weltweiten Journalismus, die Politikwissenschaft, politische Parteien, Religionsgemeinschaften etc.um futuristische Denkmodelle anzustoßen und einen zivilisatorischen Paradigmenwechsel herbeizuführen.

Und so wende ich mich auch an Sie – losgelöst von einer unterschiedlichen Gottgläubigkeit –  mit der Bitte solch kühne Gedankenspiele unterstützend zu begleiten.

Die Bibel als Märchenbuch

Für mich besteht kein Zweifel, dass die vermeintliche Wahrheit der Bibel von der jungfräulichen Empfängnis Mariens, ohne Mitwirkung eines Mannes, vom „Heiligen Geist“ glatter Unfug ist. Selbst die Geburt Jesus von Nazareth als zum Mensch gewordenen Sohn Gottes ist mir nicht vermittelbar. Nach Ansicht seriöser wissenschaftlicher Erkenntnisse stammen viele biblische Einzelgeschichten aus dem ägyptischen, dem mesopotamischen und später auch dem hellenistischen Kulturkreis. Kein Abraham ist je von Ur in Mesopotamien nach Kanaan gezogen und kein Volk Israel ist von einem Mose aus Ägypten durchs Rote Meer herausgeführt worden. Für mich ist die Bibel das meistverkaufte Märchenbuch der Geschichte, der größte Bestseller aller Zeiten, der gepuscht von exzellenten Marketingstrategen unglaubliche Summen in den von zahlreichen Verbrechen infiltrierten Multikonzern der katholischen Kirche gespült hat. Das Studium der Bibel bringt in voller Objektivität überraschend Erschreckendes zutage: Lügen über Lügen, Entstellungen der Geschichte, Verfälschungen des von anderen Völkern übernommenen und gestohlenen Glaubensgutes, tendenziöse Umformungen der Mythen, Legenden und Kulte anderer Religionen und Kulturen.

Es ist höchste Zeit

Noch immer schränken religiös beeinflusste Gesetze die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger von der Wiege bis zur Bahre ein! Aus diesem Grund fordere ich die konsequente Trennung von Staat und Kirche, sowie die strikte Beachtung des Verfassungsgebotes der weltanschaulichen Neutralität des Staates: Es muss Schluss damit sein, dass Bischofsgehälter aus dem allgemeinen Steuertopf bezahlt werden, dass die Kirchen das Arbeitsrecht unterlaufen können, dass katholische Missbrauchstäter der Strafverfolgung entgehen, dass schwerstkranken Menschen das Recht erschwert wird selbstbestimmt zu sterben, oder das Frauen Zwangsberatungen über sich ergehen lassen müssen, wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden!

Welch eine Fülle von Machtarroganz und Machtmissbrauch in der 2000-jährigen Geschichte der katholischen Kirche schlägt den Menschen bis heute entgegen: Intoleranz und Grausamkeit gegenüber Abweichlern, Kreuzzüge, Inquisition, Ketzerausrottung, Hexenwahn, Unterdrückung der Sexualität und Missachtung der Frau…und als unbestrittene Wahrheit…Päpste, die Jahrhunderte lang an der Spitze eines Mord- und Raubsystems gestanden haben, das mehr Menschenleben im Namen Gottes getötet hat, als irgendein Krieg oder eine Seuche es jemals vermochten.

Das hält aber selbst in einem aufgeklärten Zeitalter die Politik, die Wissenschaft und leider auch den Journalismus nicht davon ab, eine solche historisch belegbare (!) verbrecherische Institution zu alimentieren und zu legitimieren…oder gar als „christliche Leitkultur“ auszurufen!

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass inzwischen mehr konfessionsfreie Menschen in Deutschland leben als Katholiken oder Protestanten – und schon bald werden sie die absolute Mehrheit der Bevölkerung stellen.

Es ist daher höchste Zeit, dass die Politik die „Kirchenrepublik Deutschland“ hinter sich lässt…und die verfassungswidrige Diskriminierung religionsfreier Menschen beendet und damit zur „gesellschaftlichen Hygiene“ beiträgt.

Die Deutungshoheit der katholischen Kirche schwindet

Die christliche Schöpfungstheologie ist am Ende, die Weltwirklichkeit widerlegt die Gott zugeschriebenen drei wesentlichen metaphysischen Auszeichnungen wie Allmacht, Weisheit und Güte auch bei großzügigster Auslegung. So haben wir Menschen unseren Ursprung auch nicht von Adam, unserem Urvater, von dem die Bibel sagt, dass Gott ihn aus Lehm geschaffen und ihm dann eine Seele eingehaucht habe. Nein, wir sind das Ergebnis von Millionen von Jahren der Evolution und am Ende die glücklichen Gewinner einer ganzen Kette von Zufällen. Es ist schon gespenstisch, wie die Theologen der katholischen Kirche über Jahrhunderte bis zum heutigen Tag die Bibel und die Evangelien gedeutet, mit waghalsigen Kunstgriffen in ihrem Sinne interpretiert, die Worte häufig bis zum Absurden gespalten und immer für ihre machtpolitischen Ziele eingesetzt haben. Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass eine hochkarätige Geisteswissenschaft, die Politik und leider auch der Journalismus diesem offenkundigen Schwindel und einer beklemmenden Unredlichkeit nicht mit der notwendigen Schärfe entgegentreten. Begrifflichkeiten wie Himmel und Hölle, die unbefleckte Empfängnis Marias, die leibliche Auferstehung Jesus von den Toten, das Wunder der Brotvermehrung und vieles mehr anzuzweifeln, Christsein überhaupt als einen Irrtum anzusehen, das Wissen, Vernunft und Wirklichkeit nicht viel gemein hat, all das gilt in unserer heutigen Gesellschaft als großes Tabuthema. Christliche Leitlinien für die Politik auszurufen betrachte ich daher als eine Verhöhnung Andersdenkender und die Trennung von Staat und Kirche ist längst überfällig!!

Gott, eine Projektion der Menschen

Für mich ist Gott im Wesentlichen eine Projektion von uns Menschen, ein Sammelbegriff für unsere Ängste und Sehnsüchte. Allmächtig, Inbegriff von Liebe, Geborgenheit gepaart mit unendlicher Güte, wer sehnt sich nicht danach? Eine schöne Poesie, der Realität hält sie nicht stand, wir brauchen nur die Augen zu öffnen. Wir sind auf uns und das was wir in unsere Beziehungen investieren, zurückgeworfen, letztlich Bedeutungslose am Rande eines unbegreiflichen Kosmos. Damit lässt sich zugegeben schlechter, zumindest aber ehrlich leben. Vor allem entziehen wir den Kirchen Macht über uns. Ihre grauenvollen, verbrecherischen Exzesse im Namen Gottes, ihre zu oft unheilige Allianz mit den Mächtigen rechtfertigen dies zur Genüge.

In einem Weltall ohne Ziel und Sinn ist es unsere ureigene Aufgabe, unserem flüchtigen Dasein selbst Ziel und Sinn zu verleihen. Das ist durchaus möglich, wenn wir keine übersteigerten spirituellen Erwartungen hegen, wie sie Jahrtausende lang von den Religionen genährt worden sind. Wer dagegen weiterhin in den kosmischen Weiten die Handschrift eines weisen, gütigen und allmächtigen Gottes sucht, der wird immer wieder aufs Neue vom Gefühl der Heimatlosigkeit und Gottverlassenheit beschlichen werden.

Geistesgeschichtliche Verirrung

Es muss zulässig sein, die monotheistischen Religionen als menschliches Wunschdenken und eine geistesgeschichtliche Verirrung der Menschen anzusehen, in der ein allmächtiger, allweiser und allgütiger Schöpfergott als Urgrund des menschlichen Daseins und Hoffnung auf ein „Ewiges Leben“ dient. Die Weltwirklichkeit mit ihrem unsäglichen Leid (z. B. der Holocaust)  hat den Schöpfergott in krasser Weise widerlegt (!) und das „Bodenpersonal“ beispielsweise der katholischen Kirche hat mit einer Fülle von Machtmissbrauch, Machtarroganz, Intoleranz und Grausamkeit gegenüber Abweichlern, Kreuzzüge, Inquisition, Ketzerausrottung, Hexenwahn, Unterdrückung der Sexualität und Missachtung der Frauen einem imaginären Gottesbild  einen hässlichen Stempel aufgedrückt.

Meinem Verstand steht es aber durchaus zu, die Existenz eines Schöpfergottes anzuzweifeln, zu verneinen und wenn dieser blutrünstige Schöpfergott der biblischen Geschichten denn tatsächlich existieren sollte, muss ich ihn nicht mögen müssen. Ich sage es krass, ohne Rücksicht auf Höflichkeit und Konvention, mit den Worten des jüdischen Atheisten Günther Anders: Nach Auschwitz besteht mein Atheismus nicht mehr einfach in der Bestreitung eines göttlichen Daseins, sondern in der Empörung über die Würdelosigkeit all derer, die einem vermeintlichen allmächtigen Gott, der dieses Grauen ja letztlich zugelassen hat, in frommem Gebet huldigen. Was also darf ich als bekennender Atheist noch hoffen? Nichts, jedenfalls nichts Absolutes, das über den dunklen Grund des Todes hinausführt, so dass all meine Hoffnungen für dieses Leben, so legitim sie auch sein mögen (dass es weniger Kriege gibt, weniger Leid, weniger Ungerechtigkeiten), schließlich in dem letzten Nichts untergehen, das alles verschlingt, das Glück wie das Unglück.

Wie deute ich Gott?

Gott deute ich als eine die eigene Sterblichkeit überwindende, irreale, wenngleich sehr tröstliche Wunschvorstellung, eine Fiktion von uns Menschen. Ich deute Gott als fortwährende Suche nach dem allmächtigen, allweisen und allgütigen Wesen jenseits menschlicher Vorstellungskraft, also jenseits von Zeit und Raum. Selbst wenn ich weiterhin an den Gott meiner Kindheit und später Ministranten Tätigkeit glauben könnte, so hätte ich jedenfalls kein Problem damit, mir diesen Gott als meinem Verstand nicht zugängliches Wesen vorzustellen….und zeige daher nicht nur die eigenen Grenzen meiner Vorstellungskraft, sondern auch allgemein jene des menschlichen Geistes auf.

Ich bin mir sicher, die Suche der Menschen nach der eigenen Sinnhaftigkeit des Lebens bedarf zwingend eines solchen allmächtigen, allweisen und allgütigen Gottes, dem Schöpfer allen Seins, selbst dann, wenn eine solche Suche in gähnende Leere, ins Nichts führt, wie ich es nun einmal glaube. Diese Suche nach Gott ist nach meiner persönlichen Einschätzung ein durch unsere menschlichen Erbanlagen von Generation zu Generation weitergegebenes, sehr natürliches Bedürfnis des Menschen wie Essen, Trinken, Atmen und seine sexuelle Triebhaftigkeit, nicht mehr und nicht weniger. Die Sehnsucht des Menschen nach einem Zuhause und einer Heimat entspringt vielleicht auch einer rätselhaften Urahnung von einer letzten und endgültigen Geborgenheit, aus der mancher gläubige Mensch glaubt zu kommen und zu der hin er unterwegs ist.

Osterbotschaft und Auferstehung Jesus

„Es darf wohl als gesichert angesehen werden, dass die Macht aller Religionen, die sich auf den Glauben stützen, ohne das Faktum des Todes undenkbar wäre. Offensichtlich erträgt es der Mensch nicht, dass es den Tod gibt; und der Glaube an einen imaginären, vermeintlich weisen, gütigen und allmächtigen Gott ist in meinen Augen nur wenig mehr als ein Schatten, den unsere Hoffnung auf ein besseres und ewiges Leben jenseits des Grabes wirft. Ein Gott, der sich uns Menschen gegenüber ausgerechnet die Erde, einen eigentlich unbedeutenden Himmelskörper angesichts eines in Millionen Lichtjahren zu messenden Universums, als den Ort für seine Demonstration von letztlich misslungener (!) Allmacht, Weisheit, Güte und Gerechtigkeit ausgesucht hat, ist den Vernunftwesen eines aufgeklärten 21. Jahrhundert nur schwer begreifbar zu machen.“

Martin Luther

Martin Luther war Mönch, Ehemann, großartiger Sprachschöpfer und ein politischer Aufwiegler…ja, aber auch ein Krimineller, der nach heutigen Rechtsvorstellungen im Gefängnis oder in der Psychiatrie landen würde. Und auf dieser kriminellen Gestalt, der die damalige Obrigkeit aufgefordert hat aufständische Bauern und auch Juden zu erschlagen, gründet die protestantische Kirche.

Aber darüber hinaus hat Luther auch noch die Bibel, das meistverkaufte Märchenbuch der Welt, mit einem alttestamentarischen rachedurstigen Gott,  als moralisches und ethisches Leitbild für die Menschen propagiert…das wiegt noch viel schwerer. Denkmäler und Straßenbezeichnungen mit seinem Namen zeugen aber weiterhin davon, dass seine obrigkeitshörigen Anhänger Luthers Fehlverhalten ja bis heute nicht so eng sehen.

Der Mensch und die Religion

Der Mensch bedarf seines Menschseins wegen im wahrsten Sinne des Wortes keiner Gottheiten und nicht ihrer Sprachrohre, der Religionen…und schon gar nicht jener der katholischen Kirche, die sich anmaßt, die einzig wahre (!) Glaubensgemeinschaft zu sein…und deren Oberhaupt in Glaubensdogmen mit Hilfe des „Heiligen Geistes“ auch noch die Unfehlbarkeit für sich reklamiert.

In der 2000-jährigen Geschichte hat sich die katholische Kirche durch eine unterdurchschnittliche Moralität ausgezeichnet. Ihre von Verbrechen und Blut gesäumte Spur zieht sich bis in die Gegenwart. Auch die Päpste tränken weiterhin mit einer lebensfremden Sexualethik besonders den Boden des afrikanischen Kontinents. Die Indoktrination der katholischen Kirche mit weltfremdem und unethischem Glaubensgut hält weiter an. Ihr auch heute noch bisweilen ausgeübter Exorzismus wähnt mich im tiefsten Mittelalter und ist eine Schande in einer aufgeklärten Welt!

Leider begründet sich aber auch die protestantische Kirche auf Martin Luther, einer in meinen Augen kriminellen Gestalt, die nach heutigem Rechtsempfinden im Gefängnis oder der Psychiatrie landen würde.

Unsere Vorzeige-Christen aus Politik, Wissenschaft und Journalismus schweigen beharrlich dazu…nein, sie statten eine geschichtlich belegbare(!) und in weiten Teilen verbrecherische Institution mit Legitimität und staatlicher Alimentation aus. Ich will gerne eingestehen, dass ich das als skandalös empfinde!!

Es ist höchste Zeit gegen den Jahrhunderte andauernden schändlichen Einfluss der Religionen auf die Gesellschafts- und Herrschaftsstrukturen der Menschheit aufzubegehren. Es wächst erfreulicherweise die Zahl jener Denker, die Religion nicht mehr als Jenseitsglauben, sondern als eine diesseitige soziale Verantwortung interpretieren.

Wir sollten unseren Atem als Hauch des Lebens begreifen, als Geschenk jeden Augenblicks. Wir sind eine aus der Evolution hervorgegangene Gattung wie viele andere auf diesem Planeten, die Auswirkungen auf alle anderen hat und von ihnen beeinflusst wird. Wir sind auf Erden, um eine Aufgabe dieser Evolution, Mutation, Selektion zu erfüllen und nicht das Produkt eines vom Mensch erfundenen imaginären göttlichen Schöpfers.

Wenn Sie wissen wollen was 1500 Philosophen, Theologen, Wissenschaftler und Zeitgenossen zu diesem existenziellen Thema in 2500 (!) Beiträgen zu sagen haben, empfehle ich Ihnen mein Buch „Denker, Zweifler, Atheisten“ ISBN: 9783957161-178

Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche

Zu den Missbrauchsvorwürfen und dem zwingenden Reformbedarf der katholischen Kirche  möchte ich meinen nachfolgenden Einwand thematisieren: Artikel1 unseres Grundgesetzes bestätigt, dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist. Auch die Würde eines Kindes in seiner Entwicklung hat das Recht auf Unantastbarkeit. Ein Religionsunterricht, wie mir persönlich widerfahren, der die Existenz Gottes mit einem gekreuzigten Jesu als Sohn Gottes, seine Auferstehung und andere unsinnige dogmatisierte Glaubensinhalte wie Todsünde, ewige Höllenqualen, Teufel, Wunder, Zölibat, etc., vermittelt, ist für mich geistiger Pädophilismus und schädigt mit Sicherheit viele kindliche Seelen. Es verstößt meines Erachtens gegen Artikel 1 und ist damit eine strafbare Handlung.

Die göttlichen Giftmengen, die man mir als Jugendlicher und Ministrant im Religionsunterricht zugefügt hat, waren in meiner Erinnerung ausreichend, dass ich mich im Rentenalter kritisch mit Gott und einer über zwei Jahrtausende machtbesessenen, korrupten und in weiten Teilen verbrecherischen Kirche auseinandergesetzt habe. Bis zum heutigen Tag ist es mir unerklärlich geblieben, wie unsere christlichen Politiker mit vermeintlicher  Leitbildfunktion eine von Verbrechen heimgesuchte Glaubensinstitution wie die katholische Kirche mit ihren weltfremden Glaubensweisheiten wohlwollend legitimieren und alimentieren können. Moralität aus dem christlichen Glauben zu schöpfen ist blanker Hohn. Zu allem Überfluss erfahre ich auch noch, dass der Vatikan nun ganz offiziell „Teufelsaustreiber“, sogenannte Exorzisten ausbildet.

Als Exorzismus oder „Befreiungsdienst“ wird die religiöse Praxis bezeichnet, Dämonen beziehungsweise Teufel, die in Menschen, in Tieren, in Orten oder in Dingen vermutet werden, „auszutreiben“! Wie krank muss das menschliche Gehirn sein, um einen solchen Schwachsinn zu tolerieren?

Es hat sich bezüglich der christlichen Doktrin mit ihren unzähligen Absurditäten bei unserer Geisteselite aus Politik, Wissenschaft und Journalismus eine erschreckende intellektuelle und opportunistisch geprägte Unredlichkeit breit gemacht, die den kritischen Betrachter nur noch anwidern kann.

Religion darf keine Rolle spielen

Viele Menschen stellen richtigerweise fest, dass Religion für die alteingesessene deutsche und westeuropäische Gesellschaft eine immer geringere Rolle spielt. Wenn die Weltreligionen der Zukunft noch so etwas wie Bestand haben wollen, werden sie den von göttlichem Ballast und jenseitigen Hoffnungen beherrschten Glauben aufgeben und ausschließlich von einer diesseitigen Ethik getragen sein müssen, die Menschlichkeit und Verantwortung nach den Maßstäben des dann Machbaren ausrichtet. Ob die Religionen allerdings dann, ihrer Geschäftsgrundlage beraubt, einen solchen Wandel vornehmen und noch fortbestehen können, ist jedoch mehr als fraglich. Es wächst erfreulicherweise die Zahl jener Denker, die Religion nicht mehr als Jenseitsglauben, sondern als eine diesseitige Verantwortung interpretieren.

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir in Gesellschaften leben, die noch immer von religiösen Geboten behindert und von religiöser Gewalt bedroht werden. Der Dialog, den wir führen, hat den Ausgeburten des Übels in unserer Welt nicht Einhalt gebieten können. Wir müssen leider feststellen, dass selbst Bildung und Wohlstand als Garant für rationales Denken nicht ausreichen. In der Tat, selbst in der westlichen Welt halten gebildete Menschen und an ihrer Spitze religiös motivierte politische Leitbilder am blutigen Erbe verflossener Zeiten fest. Um diesem Problem abzuhelfen, genügt es nicht, eine Minderheit religiöser Extremisten in Schach zu halten; wir müssen zwingend einen Zugang zur Ethik und zum spirituellen Erleben finden, der sich nicht auf den Glauben stützt, und dieses Wissen müssen wir jedermann verkünden.

Mein Vorschlag zur Europäischen Idee

Als eingefleischter Sympathisant der „Europäischen Idee“ verfolge ich seit geraumer Zeit das schwierige Verhältnis des Westens zu Russland, in welchem sich besonders im Ukraine-, Iran- und Syrienkonflikt kaum Lösungsansätze…dafür aber  gerade in diesen Monaten und Tagen eine große Gefahr für den Weltfrieden zusammenbraut.

Die kürzliche Aufkündigung des IFN-Vertrages durch die USA ist alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme zwischen den beiden Atommächten. Es ist für mich als Beobachter beängstigend mit welch ungeheurer diplomatischen Fantasielosigkeit die handelnden politischen Akteure ihr politisches Handwerk versehen. Auch diesbezügliche Kommentare von Politiker und Journalisten und ihre Wortmeldungen in den vielen Talkshows zeigen die ganze Hilflosigkeit zur Lösung dieses weltbedrohenden Konflikts.

Ich denke die Welt wird daher auch die bizarren Gedankenspiele eines Politlaien ertragen können…und erlaube mir Ihnen einen wagen Lösungsansatz zur weiteren Ausgestaltung und vielleicht auch Diskussion an die Hand zu geben.

Mein Vorschlag: Der Westen gewährt Russland im Rahmen eines Generationenvertrags und gegen Verpfändung seiner ungeheuren Gas- und Erdölreserven eine verzinsliche Staatsanleihe, sagen wir von 1 Billion Euro zur Verbesserung seiner maroden Wirtschaft, der Lebensbedingungen seiner Bevölkerung und einer überholungsbedürftigen Infrastruktur. Darüber hinaus ermöglicht der Westen Russland mittelfristig die Mitgliedschaft in der NATO und der EU.

Ich verweise auf die gewaltigen Einsparungen im Rüstungsbereich, einem gesteigerten Sicherheitsempfinden der Beteiligten…und auf die ungeheure weltwirtschaftliche Schubkraft eines solchen Unterfangens…und vielleicht lässt sich bis zur nächsten Jahrhundertwende mein Traum von einer den Menschen und dem Weltfrieden dienenden „Europäischen Republik“ mit Russland und weiteren osteuropäischen Staaten als Mitglied…und als „Sahnehäubchen“ der Rückkehr…oder besser Verbleib Großbritanniens in der EU erfüllen.

Als Gegenleistung bietet Russland dem Westen seine Umgestaltung in eine demokratische Grundordnung und „Wertegemeinschaft“, die diesen Namen auch verdient hat…verzichtet ganz auf die Verfügungsgewalt seines Atomwaffenpotentials…oder schränkt sie erheblich ein. Für die Ausgestaltung einer solchen völkerrechtlichen Vereinbarung scheint mir nach Putin (!!) eine heranwachsende, aufgeschlossene junge russische Generation durchaus geeignet.

Ich denke, dass sich nach einem solchen „Big Deal“ zwischen dem Westen und der Atommacht Russland andere gefährliche weltpolitische Brennpunkte wesentlich besser lösen ließen…oder?

Wir Menschen sind aufgefordert eine tiefgreifende weltweite Solidargemeinschaft anzustreben, ein neues Paradigma für die Zivilisation zu erfinden…wir müssen schöpferisch sein…oder wir fahren die Erde gegen die Wand!

Ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel, dass mir gelegentlich als Betrachter des Weltgeschehens der Kamm schwillt…und ich mir bisweilen Luft verschaffen muss…auch wenn ich erst kürzlich mit meinem Buch: „Politik neu erfinden“…und in der irrigen Erwartung, dass sich humanistische, materiell und intellektuell gut ausgestattete Stiftungen, Denkfabriken, Parteien etc. im deutschsprachigen Raum solchen Visionen anschließen…und sie zu einer politischen Kraft bündeln würden…total gescheitert bin.

Mir ist natürlich auch bewusst,, dass es sich im Kern bei dem Beziehungsproblem mit Russland um einen Systemkonflikt handelt, bei dem eine Seite also ihren Ordnungsvorstellungen abschwören müsste…das ist derzeit mit Putin wohl nicht vorstellbar…ich bitte Sie aber eindringlich einen Beitrag zu leisten, die diplomatischen Kanäle weiter offen zu halten, denn auch nach Putin und Trump dreht sich die Erde weiter…

Eigentlich möchte ich auf die Politik, den Journalismus und auf die politische Wissenschaft einwirken, eine Studie zu fertigen, die solche dem Weltfrieden dienende politische Gedanken für die nachfolgenden Generationen abbildet. Als Blaupause könnte die Pariser Charta vom November 1990 dienen, die leider keine Umsetzung erfahren hat.

Ich sehe besonders den internationalen Journalismus in der Pflicht sich für eine visionäre, weltweite, menschliche und ordnungspolitisch gerechte, lebenswerte Gestaltung unseres Planeten einzusetzen.

Es ermutigt mich, dass schon bald die Karlspreis-Europa-Akademie, eine Stiftung des internationalen Karlspreis zu Aachen, durch Unterstützung von themenspezifischen Forschungsprojekten vor allem auch außen- und sicherheitspolitische Themen im Verhältnis zu Russland aufgreifen wird, …so wie auf russischer Seite das INSOR-Institut unter Leitung des ehemaligen Präsidenten und jetzigen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew Russlands Status als strategischer Verbündeter der Europäischen Union beleuchten lässt.

Weltweite Solidargemeinschaft

Auslöser für meinen nachfolgenden Denkansatz waren die Worte des verstorbenen tschechischen Schriftstellers und Menschenrechtsaktivisten Váslav Havel, der sagte:

„Die zentrale politische Aufgabe der nächsten Jahre ist die Schaffung eines neuen Modells des Zusammenlebens der verschiedenen Kulturen, Völker, Ethnien und Religionen, die alle eine einzige Zivilisation in gegenseitiger Verknüpfung bilden.“

Nach meiner Auffassung gibt es für alle gesellschaftlichen Entscheidungsträger auf dem Erdball eine Verantwortung zukünftigen Generationen gegenüber an den Visionen einer Weltethik und Weltregierung mitzuwirken, denn ohne Visionen kann es keine Zukunftsfähigkeit der Gattung Mensch geben! Vor allem der kritische, weltweite politische Journalismus ist in der Pflicht, solche Gedanken salonfähig zu machen und die vielen  Denkfabriken, politischen Forschungsinstitute, Stiftungen, politische Parteien, etc. aufzufordern, vielleicht unter dem Dach der UNO (?), eine weltweite Solidargemeinschaft in entsprechenden themenspezifischen Denkmodellen gewissermaßen als Blaupause abzubilden.

In Anbetracht der zunehmenden globalen Gefahren, deren die Menschheit ausgesetzt ist, sollten wir uns schleunigst auf die Suche nach neuen Spielregeln für ein weltweites menschliches Miteinander begeben, die dem großen Ideal der Ethik nahekommt: „Das Leid in der Welt zu mindern!“ Das heißt: Die Politik muss neu erfunden werden! Ein weltweit soziales, auf den Grundlagen der Solidarität aufgebautes neues Regelwerk ist das Gebot der Stunde. Wir brauchen eine neue Verbindlichkeit im Umgang der Menschen aller Kulturen, Religionsgemeinschaften und ethnischer Besonderheiten.

Die Menschheit hat eine unverrückbare Grenze erreicht. Es geht einzig und allein nur noch um das kollektive Überleben unserer Gattung!

Der Friede in der Welt kann nur dann kommen, wenn die Produktion und die Verteilung der zum Leben notwendigen Güter radikal geändert werden. Der Friede setzt die Überwindung unseres bisherigen todbringenden Systems der Industriegesellschaft, und die Einführung einer Alternative zu ihr, nämlich einer Gesellschaft der Erhaltung allen Lebens voraus. Die menschliche Population wird  bezüglich der beschränkten Ressourcen auf dem Erdball Minderungen zwingend (!) hinnehmen müssen…und das Phänomen der planetarischen Ausweitung der Conditio humana und des Entstehens einer Weltgesellschaft verpflichtet uns dazu, dem Gemeinwohl den Vorrang vor Eigeninteressen einzuräumen. Eine weltweite Gesellschafts- und Lebensform zu finden, die nicht auf Religion begründet ist, wird wohl unausweichlich sein.

Auch der von Kardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI suspendierte katholische Theologe Hans Küng fordert die Menschen auf, sich an dem Projekt Weltethos zu beteiligen, denn es beinhaltet auch nach seiner Meinung die zwingende Notwendigkeit die Politik (das menschliche Miteinander) neu zu erfinden und letztlich eine Weltverantwortung (Weltregierung) zu installieren.

Das Projekt Weltethos wird  nach meiner Meinung die zunehmend vereinheitlichende Religiosität der nächsten Jahrhunderte und Jahrtausende bestimmen, während die derzeitigen Weltreligionen nach meiner persönlichen Einschätzung zu folkloristischen religiösen Randgruppen mutieren werden. Weltumspannende Ethik und Solidarität mit den Schwachen wird der Sinnsuche der Menschen Halt geben und Gott ein Stück weit ersetzen!

Die Wirklichkeit lehrt uns aber leider: Die Geschichte wird nicht von schöngeistigen Ideen bestimmt, sondern von handfesten eigennützigen, vor allem ökonomischen Interessen. Andererseits sollten wir Mut schöpfen aus der Tatsache, dass das Ausmaß der Ungleichheit in der Welt nicht unabänderlich ist… es ist nicht das Ergebnis unerbittlicher ökonomischer Gesetze…es ist vielmehr eine Frage politischer Entscheidungen und Prozesse….und allen Skeptikern sei zugerufen, dass sich  nach  politischen Irrlichtern wie Trump, Putin, Erdogan und anderen Autokraten die Erde sich weiter drehen wird.

Die weiter wachsende menschliche Intelligenz, die schon heute einen Menschen auf den Mond zu bringen vermag, die in ihren kühnen Träumen den Planeten Mars besiedeln will und gar den Tod zu besiegen sucht, wird sicherlich ebenso fähig sein, Lösungsansätze für ein friedlicheres und gerechteres Miteinander der Menschen, trotz unterschiedlicher Kulturen und Religionen, zu erforschen und zu entwickeln. Nur das ist mein Anliegen…andere persönliche Ambitionen verspüre ich nicht.

Da mir zu solchen weitreichenden politischen Veränderungen die Wirkungsmacht fehlt, wende ich mich an den weltweiten politischen Journalismus und die Politikwissenschaft um futuristische Denkmodelle anzustoßen und einen zivilisatorischen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Und so wende ich mich auch an Sie mit der Bitte solch kühne Gedankenspiele unterstützend auf den Weg zu bringen. Ich denke einen Versuch ist es wert…oder?

Politik neu erfinden

Die katholische Kirche, die in ihrer 2000-jährigen Geschichte eine von Verbrechen und Blut gesäumte Spur hinter sich herzieht und sich anmaßend als die weltweit einzig wahre (!) Religionsgemeinschaft versteht, bedarf keines „synodalen Weges“ und auch keiner Neugestaltung des Kirchenrechts zum weiteren Machterhalt, sondern sollte sich an dem Projekt Weltethos beteiligen. Wegbereiter ist der suspendierte katholische Theologe Hans Küng, der dieses Ethos für die Gesamtmenschheit als Kernpunkt menschlichen Überlebens ansieht, denn es beinhaltet die zwingende Notwendigkeit, die Politik (das menschliche Miteinander) neu zu erfinden und letztlich eine Weltverantwortung (Weltregierung) zu installieren.

Das Projekt Weltethos wird die zunehmend vereinheitlichende Religiosität der nächsten Jahrtausende bestimmen, während die derzeitigen Weltreligionen nach meiner persönlichen Einschätzung zu folkloristischen religiösen Randgruppen mutieren werden.

Weltumspannende Ethik und Solidarität mit den Schwachen wird der Sinnsuche der Menschen Halt geben und Gott letztlich ein Stück weit ersetzen.

Ich empfehle dazu mein Buch Politik neu erfinden –
Visionen zur Weltethik und Weltregierung ISBN: 978-3-957161-796

Der universale Gott

Ein Gott, wie ihn das Christentum verkündet, der gleichzeitig allmächtig und unendlich gütig und liebevoll sein soll, also der christliche Gott, kann angesichts des überwältigenden Gegenarguments der historischen und naturgeschichtlichen Realität nicht existieren. Hier steht jeder denkende, sich selbst achtende Mensch vor der entscheidenden Frage, der sich jeder selbst stellen und deren Beantwortung er vor seinem Selbstbild verantworten muss: Entscheidet er sich für intellektuelle Redlichkeit oder für illusionäres Wunschdenken, hat er die Kraft, sich von frühkindlicher Indoktrination freizumachen, oder bleibt er darin gefangen ?

Ich meine, die in vielerlei Hinsicht intellektuell gefährdete Gattung „Homo sapiens“ hat sicherlich einiges an Unsinn fabriziert, die christliche Erlösungssaga aber setzt dem schier unerschöpflichen Gespinst hominiden Schwachsinns zweifellos die Krone auf.

Glaubenslehren mit geschichtlicher Wahrheit

Glaubenslehren, die vorgeben, auf geschichtlichen Wahrheiten zu beruhen, gehören in die Mottenkiste. Auch Nicht-Theologen haben längst die Widersprüchlichkeit der Glaubensverkündungen erkannt. Ein kritischer Geist fragt: Warum hat ein allmächtiger, weiser und gütiger Gott eigentlich einen so fehlerhaften Menschen geschaffen, der ihm von vornherein nicht genügen kann? Und warum hat er ihn dann auch noch in eine so fehlerhafte Welt gesetzt, in der Hunger, Leid und Tod schon auf ihn warten? Weil Gott ein freies Geschöpf als freies Gegenüber wollte, deuten die Theologen der katholischen Kirche einen noch so großen Schwachsinn in ihrem Sinne. Nach dieser absurden Denkweise lässt Gott also auch Verbrechen wie Auschwitz zu. Für mich ein klarer Fall für die Psychiatrie. Ich sehe mein menschliches Leben so, dass ich mich erträglich einrichte für ein kurzes Gastspiel auf einem Krümel unter Trilliarden von Himmelskörpern im unendlichen Weltall, tätig sein mit Sinn und Verstand, mit Anstand und Würde, mit Witz und viel Humor, schließlich Abschied nehmen von allem für immer – in der Gewissheit, dass kein Gott da oben zugeschaut hat und bald vergessen sein wird, was gewesen ist. Außerdem glaube ich, dass wir nicht die einzigen mit Verstand ausgerüsteten Lebewesen in diesem gewaltigen, den menschlichen Geist sprengenden, Weltall sind.

Zukünftige Weltwirtschafts- und Friedensordnung

Die Menschheit hat eine unverrückbare Grenze erreicht. Es geht einzig und allein nur noch um das Überleben unserer Gattung. Eine humane, ökologisch nachhaltige zukünftige Weltwirtschafts- und Friedensordnung kann von einer Wunschvorstellung zur Realität werden, wenn sie auf einem ethischen Fundament beruht: dem uneingeschränkten Schutz jedes, aber auch wirklich jedes Menschen, der dienenden Funktion des Kapitals, der Pflicht, denen zu helfen, die in Not sind, wobei die Stärkeren mehr beitragen müssen als die Schwächeren. Für dieses Lebensmodell ist ein Gott nicht nötig. Ich denke vielmehr, dass ohne einen solchen imaginären Gott die Welt sich in ihrem Dasein und Sosein viel schlüssiger, redlicher, klarer, einfacher erklären und deuten lässt.

Neue globale Weltwirtschaftsordnung

Es ist dringend geboten, eine „Neue globale Weltwirtschaftsordnung“ aufzubauen, die auf vollkommen neuen Gesellschaftsverträgen basieren muss, um das Vertrauen zwischen Bürgern und Staat und Wirtschaft im Sinne einer größeren staatlichen Regulierung wiederherzustellen. Der Kapitalismus ist in eine moralische Ordnung zu überführen. Das Verständnis für das soziale Gleichgewicht muss zwingend zunehmen und selbst das persönliche Eigentum von uns Menschen muss in Frage gestellt werden.

Das Bewusstsein für eine solch notwendige Veränderung eines solidarischen menschlichen Miteinanders wird nach meiner Einschätzung in Zukunft weniger aus religiösem Empfinden, sondern vielmehr aus dem egoistischen Bedürfnis und einer Erkenntnis der wirtschaftlich Stärkeren erwachsen, nur so das Überleben der eigenen Nachkommenschaft sichern zu können. Und das Antriebsaggregat wird auch hier weniger das philosophisch-religiöse Denken, sondern mehr der Eigennutz des Menschen sein. Eine universelle Verantwortungsethik wird weltfremde Moralvorstellungen und Religionen zurückdrängen und durch neue ethische Normen, die der Weltwirklichkeit weitgehendst entsprechen, ersetzen.

Auschwitz – Die Machtlosigkeit Gottes

Für die Indoktrination des katholischen Glaubens in meiner Kindheit und Jugendzeit durch mein Elternhaus und eine verblendete Priesterschaft muss ich mich sicherlich nicht schämen. Schämen muss ich mich hingegen, dass mein Verstand zu lange stillgehalten hat und mein Atheismus viel zu spät meinen Verstand dominiert hat.

Nach den geschichtlich bezeugten Verbrechen der Kirche und im Besonderen nach Auschwitz habe ich nicht nur in der Bestreitung eines göttlichen Daseins, sondern auch in meiner bisher so ausdruckslosen Empörung über die Würdelosigkeit all derer, die Gott, der dies ja zugelassen hat, noch weiterhin in frommer Huldigung nahen, ein schlechtes Bild von mir abgegeben.

Der Mensch bedarf  seines Menschseins im wahrsten Sinne des Wortes keiner Gottheiten und schon gar nicht ihrer Sprachrohre, der Religionen! Es darf wohl als gesichert angesehen werden, dass die Macht aller Religionen, die sich auf den Glauben stützen, ohne das Faktum des Todes undenkbar wäre. Offensichtlich erträgt es der Mensch nicht, dass es den Tod gibt; und der Glaube ist in meinen Augen nur wenig mehr als ein Schatten, den unsere Hoffnung auf ein besseres Leben jenseits des Grabes wirft.

Das Bild Gottes ist unschlüssig

Das Bild, dass die katholische Kirche mir von einem gütigen, weisen, allmächtigen und ich füge hinzu gerechten Gott im Angesicht der Naturgeschichte und angesichts eines in Millionen Lichtjahren zu messenden Universums zu vermitteln sucht, ist unschlüssig und mit der Weltwirklichkeit unvereinbar. Ihre zu leeren Worthülsen verkommenen Formeln, Dogmen, mythischen Bildern und naiven Interpretationen beleidigen meinen bescheidenen Verstand.

Ein Gott, der sich den Menschen gegenüber ausgerechnet die Erde, einen eigentlich unbedeutenden Himmelskörper im riesigen Universum, als den Ort für seine Demonstration von Allmacht, Weisheit, Güte und Gerechtigkeit ausgesucht hat, ist den Vernunftwesen eines aufgeklärten 21. Jahrhundert nur sehr schwer begreifbar zu machen.

Indoktrination von Kindern

Die Fixierung auf Kinder und die strikte Überwachung ihrer Erziehung gehört zu jedem System absoluter Autorität. Indoktrination von Kindern ist ein Markenzeichen der katholischen Kirche. Einer der Begründer geistiger Vergewaltigung von Kindern war der Jesuit Ignatius von Loyola, der als Erster sagte: „Gib mir das Kind bis es zehn ist, und ich werde dir den ( in unserem katholischen Sinn indoktrinierten) Mann zurückgeben.“ Die Indoktrination der Kinder mit zweifelhaftem Glaubensgut wird bis in unsere Tage fortgeführt und keiner unserer überwiegend christlichen Politiker nimmt Anstoß. Beschämend!!

Das C im Parteinamen

Unsere christlichen Politiker wissen um die Schrecken der Naziherrschaft und bekämpfen zu Recht ein erneutes Aufflackern dieser verbrecherischen Gesinnung. Die zweitausendjährige, von unzähligen Verbrechen gesäumte Geschichte der römisch-katholischen Kirche hingegen erfährt durch Parteien, die das C in ihrem Namen führen, eine vergleichsweise harmlose Aufarbeitung all der Schandtaten im Zeichen des Kreuzes. Von unseren Politikern kommt keiner auf die Idee, die Kirche als die (historisch belegbar) verbrecherischste Institution der Weltgeschichte anzuprangern. Ganz im Gegenteil: Sie dient so manchem machtbesessenen Opportunisten als leuchtendes ethisches Beispiel. Peinlich!!

Die Päpste

Es ist eine unbestrittene Wahrheit, dass die Päpste Jahrhunderte lang an der Spitze eines Mord- und Raubsystems gestanden haben, das mehr Menschenleben geschlachtet, als irgendein Krieg oder eine Seuche im Namen Gottes und Christi. Der Weg des Papsttums ist ein Weg des Grauens und Entsetzens. Rechts und links ist er eingesäumt von Tausenden von Scheiterhaufen und Tausenden von Blutgerüsten. Prasselnd schlagen die g Flammen zum Himmel empor. Unser Fuß überschreitet rinnende Bäche von Menschenblut, Menschenleiber krümmen sich in der roten Glut. Menschenköpfe rollen über den Weg. An uns vorübergeschleppt werden Jammergestalten; ihre Augen sind erloschen im langen Dunkel der Kerker, ihre Glieder sind verrenkt und zerfleischt von der Folter, ihre Seelen geknickt, entehrt und geschändet.

Die päpstliche Unfehlbarkeit bei Dogmen

Wie viel Unsinn darf ein Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche eigentlich verzapfen? Spätestens nach dem unfehlbaren Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel im Jahre 1950 hätte ein Aufschrei der Naturwissenschaftler erfolgen müssen. Für eine solche Anmaßung auf Unfehlbarkeit und Verunglimpfung des menschlichen Geistes kann es nur die Einweisung in die Psychiatrie geben.

Die Weltuntergangs-Lüge

Wann wird er denn nun kommen, der immer wieder von Glaubensfanatikern vorhergesagte Weltuntergang? Denke ich an die Panikmache und quer durch alle Medien diktierte Millennium-Vorhersage, so müsste ich damals und auch heute noch herzhaft lachen, wenn es nicht so abscheulich gegenüber leichtgläubiger Menschen wäre. Der Kirchenvater, der heilige Augustinus, dann Bischof Gregor von Tours und auch der englische Gelehrte Beda Venerabilis haben mit ihren Weltuntergangszenarien danebengelegen. Solche Vorhersagen sind Unfug! Auch Gott wird nicht kommen und uns von den Toten auferwecken.

Darwins Evolutionstheorie

Vor 200 Jahren wurde Charles Darwin geboren, vor 150 Jahren erschien sein Buch: „Über die Entstehung der Arten“, das den Beginn der modernen Evolutionstheorie markiert. Diese mittlerweile durch unzählige Fakten gestützte Theorie hat unser Weltbild revolutioniert. Letztlich sind wir erst seit der Formulierung der Evolutionstheorie in der Lage, uns in dieser Welt zu verorten. Darwins Erkenntnisse helfen uns zu verstehen, wer wir sind und woher wir stammen.